Oranienburg, 02.02.2026, 12:53 Uhr

Nachbesserungen am Projekt „Copa Orania“ gefordert
Christian Howe (CDU): „Stadtumbau nur mit verbindlichen Lösungen für das Anwohnerparken“

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Oranienburg, Christian Howe, fordert deutliche Nachbesserungen am städtebaulichen Konzept „Copa Orania“ für den klimaresilienten Umbau der Walther-Bothe-Straße.

„Das von der Stadt vorgelegte Konzept enthalte viele positive Ansätze, etwa die Aufwertung des öffentlichen Raums, mehr Grünflächen, eine geringere Versiegelung, Alleencharakter sowie die geplante Neugestaltung rund um das Bürgerzentrum und in Richtung Havel – aber an entscheidenden Stellen fehlt der Blick für die Realität vor Ort und es bedarf wesentlicher Korrekturen“, sagt Christian Howe.

Zentraler Kritikpunkt sei die vorgesehene Reduzierung der Parkplätze im Quartier. „Schon heute ist der Parkdruck enorm. Fahrzeuge stehen in nahezu jedem Winkel des öffentlichen Raums. Die Annahme, es gebe im Umfeld ausreichend freie Stellplätze, ist schlicht falsch“, so Howe. Mindestens die rund 227 Stellplätze in diesem Abschnitt müssten also auch nach dem Stadtumbau örtlich zur Verfügung stehen. Eine Verdrängung des Parkens dürfe nicht stattfinden.

Kritisch sieht Howe zudem die Annahme, Wohnungsbauunternehmen könnten fehlenden Parkraum auf ihren Grundstücken ausgleichen. Das Quartier sei bewusst mit großzügigen Grün- und Freiflächen geplant worden, die in den vergangenen Jahren klimaresilient aufgewertet wurden. „Diese Flächen nun wieder zu versiegeln, widerspricht dem Ziel des Projekts und ist fachlich nicht überzeugend“, erklärte er.

Deutlich lehnte Howe auch Überlegungen ab, den Sportplatz an der Klagenfurter Straße während der Bauphase als Ausweichparkplatz zu nutzen. „Das wäre nicht kinder- und jugendgerecht. Die CDU hat bereits in der vergangenen Legislatur gefordert, diesen Platz aufzuwerten. Dieses Versprechen wurde bislang nicht eingelöst und darf jetzt nicht weiter unterlaufen werden“, sagte er.

Stattdessen sieht Howe Potenzial in integrierten Quartierslösungen, etwa durch die Weiterentwicklung bestehender DDR-Garagenanlagen zu einem Parkdeck oder Quartiersparkhaus. Dafür brauche es jedoch Verbindlichkeit. „Lose Absichtserklärungen reichen nicht. Vor dem Stadtumbau müssen belastbare Lösungen vorliegen“, so Howe.

Auch die Finanzierung müsse realistisch betrachtet werden. Der Mehrbelastungsausgleich für den Wegfall der Straßenbaubeiträge sei „kein Selbstbedienungstopf“. Angesichts weiterer anstehender Straßenbauprojekte in der Stadt sei eine klare Priorisierung notwendig.

Als Vorsitzender der CDU-Fraktion werde ich die kritischen Punkte nun mit der Fraktion sowie mit dem Bauausschuss beraten. Klar ist: „Wir wollen mehr Grün, weniger Versiegelung und einen attraktiven Stadtraum – aber nicht auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung und der Anwohner. ‚Copa Orania‘ kann ein sehr gutes Projekt werden, wenn es alltagstauglich, sozial verträglich und realistisch umgesetzt wird“, erklärte Howe.

Ca. 100 Parkplätze sollten nach den Plänen der Stadt wegfallen, Foto: Christian Howe Ca. 100 Parkplätze sollten nach den Plänen der Stadt wegfallen, Foto: Christian Howe